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Ein Wochenende in Belgrad

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Belgrad ist die Hauptstadt Serbiens. Auch bekannt als die weiße Stadt, wird sie von den Serben Beograd(Београд) statt wie international Belgrad genannt. Dank Wizzair sind wir sehr günstig von Friedrichshafen direkt nach Belgrad gekommen.  Unser Flug ging am Freitag um 8:00 los und zurück ging es am Montag um 5:40 in der Früh. Also perfekt für einen Wochenendausflug. Handgepäck reicht für so ein Wochenende vollkommen aus und man kann sich die Gebühren für zusätzliches Gepäck getrost sparen.

3 Tage in Belgrad

Wir erreichten also den Nikola Tesla Flughafen Belgrad am frühen Vormittag und fühlen uns sofort im Urlaub. Überall sind Schilder sowohl mit kyrillischen Buchstaben, als auch im lateinischen Alphabet beschrieben. Dazu kommt noch eine fremde Währung (Dinar) und eine Passkontrolle und man ist sich sicher, dass man die EU auch wirklich verlassen hat.

Der Bus (Nummer 72) in die Innenstadt ist schnell gefunden und für 300 Dinar pro Person nehmen wir Platz und lassen Belgrad an uns vorbeiziehen. Da wir in unser Zimmer im Hostel WakeUp erst um 14 uhr einchecken können frühstücken wir erstmal ausgiebig in der Fußgängerzone und schlendern anschließend durch die alte Festungsanlage im Norden. Die Festungsanlage stammt ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert und ist ohne Eintrittskosten oder ähnliches  frei zugänglich. Sie beherbergt Nebenbei noch ein militärisches Museum, einen Dinopark und den Zoo. Die Festung schließt im Prinzip direkt an die Fußgängerzone an. Von hier hat man einen guten Blick auf ein kleines Naturschutzgebiet und den Zusammenfluss der Save mit der Donau.

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Blick von der Festungsmauer Richtung Save & Donau

Nachmittags schließen wir uns der free walking tour am Platz der Republik an.

Ich liebe free walking touren. Die Idee dahinter ist, das hinterher jeder Teilnehmer das bezahlt, bzw. ein Trinkgeld gibt, was er für angemessen hält. Dadurch sind die Tourguides natürlich besonders motiviert ihre Sache gut zu machen. Zudem erfährt man in fast schon freundschaftlicher Atmosphäre die ein oder andere Anekdote, die es vielleicht nicht in einen klassischen Reiseführer geschafft hat.

Wir erfahren viel über die verschiedensten Sehenswürdigkeiten und besuchen das ehemalige Boheme und Künstlerviertel Skadarlija(Скадарлија). Hier trafen sich früher die Künstler auf Grund der vielen Kneipen und Cafés. Auch heute ist dieses Viertel bei Künstlern beliebt, auch wenn die Skadarska Straße schon sehr stark für Touristen hergerichtet wurde. Die meisten Restaurants buhlen aktiv um Gäste und oft gibt es live Musik in den jeweiligen Gaststätten. Auch wenn es eher touristisch als authentisch wirkt, essen wir hier nach der Tour sehr gut zu Abend.

 

Auch am Samstag morgen frühstücken wir in Skadarlija und besuchen den angrenzenden Bauernmarkt Bajloni. Anschließend spazieren wir durch die Stadt Richtung Dom des heiligen Sava (Храм светог Саве/Hram svetog Save), einem der Wahrzeichen Belgrads. Auf unserem Weg kommen wir an dem ein oder anderen Park vorbei und suchen uns einen schönen Platz um in der Sonne im Reiseführer zu stöbern. Die Parks sind erstaunlich gut besucht, so dass man ein wenig die Atmosphäre Belgrads erfühlen kann.

Leider befindet sich der Dom im Inneren immer noch im Bau. Die Krypta ist allerdings begehbar.

 

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Dom des heiligen Sava

 

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Krypta des Doms

Auf dem Rückweg besuchen wir noch den botanischen Garten, welcher eine nette Abwechslung, jedoch auch ziemlich klein ist. In der ältesten Gaststätte Belgrads dem “Fragezeichen” (Кафана Знак Питања / Kafana Question Mark) lassen wir den Tag ausklingen.

 

Die Gaststätte hieß ursprünglich Zum Hirten und nach einem Besitzwechsel Zur Kathedrale, dies missfiel jedoch der Kirche. Der Besitzer brachte also während des Streits mit der Kirche ein Schild mit einem Fragezeichen an. Diesen “Namen” trägt das Restaurants bis heute.

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Jogging Selfie an der “Selfie Wall”

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Den Sonntag beginnen wir mit einem Morgenlauf entlang der Donau und durch die alte Festung. Frisch geduscht aber hungrig besuchen wir im Anschluss Neu Belgrad (Нови Београд/ Novi Beograd) und schlendern durch diesen Stadtteil bis zur Ada-Brücke, einer rießigen Kabelbrücke über die Save und somit ein modernes Wahrzeichen der Stadt. Den Abend verbringen wir erneut in den umliegenden Straßen der Skadarlija und einen kurzen Abstecher durch die Festung bei Dunkelheit, bevor wir uns für die Abreise fertig machen.

 

 

 

 

Ausblick von der Festung Richtung Novi Belgrad (Im Hintergrund die Ada-Brücke und am anderen Flußufer die Nachtclub-Boote)

Wissenswertes

 

Die serbische Küche

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Pljeskavica, Rakija, Karadjordjeva, Baklava + 2 Piva

Die serbische Küche ist sehr fleischlastig und für Vegetarier/Veganer gibt es nicht besonders viele Alternative zu den klassischen Gerichten. Dafür gibt es von den deftigen Gerichten zu viele um sie an einem Wochenende alle zu probieren. Definitiv versuchen sollte man Cevapcici (ћевапчићи), Pljeskavica (пљескавица) und wenn man besonders hungrig ist Karadjordjeva (Карађорђева шницла). Als Beilage gibt es häufig Pommes oder Kartoffeln. So das ein zusätzlicher Schopska Salat (шопска салата) nicht schadet.

Zur Begleitung bietet sich ein Bier, zum Beispiel Jelen Pivo (Јелен пиво), oder Wein an. Die Serben trinken traditioneller Weise vor den Mahlzeiten einen Schnaps (Rakija/ракија), zum Beispiel den auch in Deutschland bekannten Slivovitz (шљивовица) aus Pflaumen. Vor dem Essen entfaltet dieser seine Wirkung auch recht schnell…

Die Preise für Speisen und Getränke in Belgrad sind durchweg als niedrig zu bewerten im Vergleich mit Mitteleuropa. Je weiter man sich von den bei Touristen beliebten Stadtteilen entfernt umso günstiger werden die Preise. Wir zahlten in Novi Belgrad bei Salt and Pepper (со и бибер/so i biber) für Salat, Hauptspeisen, Bier und Kaffee unter 20€. Allgemein kann man sagen, dass die Hauptgerichte zwischen 6 und 10 Euro liegen, besondere Speisen wie Rinderfilet aber auch teurer sein können. Bier ist mit 1-2€ osteuropatypisch günstig.

Finanzen – wieviel Geld man einplanen sollte

Geld ist überall mit Kreditkarte und teilweise angeblich sogar mit normaler EC Karte zu erhalten. Der Wechselkurs beträgt ca 120 Dinar zu 1 € (Stand 2017).  Neben Geldautomaten gibt es auch sehr viele Wechselstuben. Wir haben am Flughafen einmal 20.000 Dinar abgehoben und kamen damit das gesamte Wochenende gut hin, und das obwohl wir Frühstück und Abendessen immer in Restaurants zu uns nahmen. Snacks gibt es sowohl auf den Marktständen, den vielen kleinen Bäckereien, als auch in Supermärkten.

In Hostels und Restaurants kann man aber auch oft in Euro bezahlen. Wobei mir mein Gefühl sagt, dass es mit Dinar wohl günstiger sein wird.

Trinkgeld wird (laut Internetrecherche) zwar nicht unbedingt erwartet, aber natürlich auch nicht abgelehnt und als Lob für guten Service verstanden. Wir gaben stets 10% und teilweise auch mehr, wenn der Kellner sich besonders viel Mühe gab uns die serbische Karte zu übersetzen.

Unterkunft in Belgrad

Wir hatten ein sehr schönes Doppelzimmer im Hostel WakeUp. Gebucht haben wir wie immer über booking.com. Das Hostel ist sehr modern und verfügt über einen Wintergarten und eine gemeinsame Küche, welche wir jedoch nicht wirklich genutzt haben. Das WLAN ist super und das Personal ist sehr nett und hilfsbereit. So wurde uns für unseren frühen Abflug ein Flughafentransfer für 4 Uhr morgens organisiert. Für eine Reise zu zweit definitiv zu empfehlen. Wer lieber ein Partyhostel sucht und Leute kennen lernen will, sollte vielleicht ein anderes auswählen.

Verkehr und öffentliche Verkehrsmittel

Der Verkehr ist Großstadttypisch chaotisch.Wenn man Ampeln benutzt und vor dem Straße überqueren nach links und rechts schaut ist man auf der sicheren Seite. Radwege gibt es in der Altstadt leider keine. Novi Beograd verfügt allerdings über ein gut ausgebautes Radwegenetz.

Es existieren diverse Buslinien und natürlich auch Taxis etc., welche wir jedoch nicht nutzten da wir alle unsere Ziele fußläufig erreichten. Zu Taxipreisen und welche Taxibetreiber seriös sind, haben wir leider keine Erfahrungen gesammelt.

 

Dinge für den nächsten Trip nach Belgrad

Wir haben auch nach unserem Wochenende in Belgrad natürlich noch ein paar Dinge auf unserer Belgrad ToDo Liste für den nächsten Besuch. Auf Grund des guten Wetters waren wir in keinem einzigen Museum und auch das Nachtleben auf den Partybooten (den sogenannten splavs) kann man sich mal ansehen.


Resources und weiterführende Links

booking.com für die Unterkunft, wir waren als Pärchen im Zweibettzimmer im Hostel WakeUp

free walking tour – Die von uns besuchte Free Walking Tour in Belgrad – sehr zu empfehlen

Belgrad und Novi Sad – Reiseführer – Wir haben diesen Reiseführer dabei gehabt und stehen ihm mit gemischten Gefühlen gegenüber… Der Reiseführer ist sehr ausführlich, kommt aber selten auf den Punkt. Zudem sind meiner Meinung nach die Karten zu klein und man muss sich wirklich gut einlesen. In Kombination mit google Maps aber durchaus in Ordnung.

 

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